Das Klöpfeln

An den letzten drei Donnerstagen im Advent ist es in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz üblich, ja auch in Teilen Frankens, dass man zum Klöpfel- oder Kletz`nklopfa geht. Man spricht von Anklopfnächten oder Klopfnächten, Klöpfelesnächte, Klöpfleins-, Kräfls-, Bossel-, Anglöckel- oder heilige Nächte. Sie symbolisieren die Herbergssuche und sind ein Heische- und Einkehrbrauch.

Die Kinder gehen von Haus zu Haus und erfreuen die Leute mit Gesang und frohen Wünschen. Gleichzeitig sammeln sie für soziale Zwecke, die Kindern in Not helfen. Natürlich bekommen sie außer Geld auch Obst und Süßigkeiten, die sie untereinander aufteilen, und die dann oft bis Ostern reichen.

 

Man ordnet dem Namen „klöpfeln“ zweierlei Ursprung zu:

  • Von Anklopfen von Haus zu Haus
  • Von Scheppern

Als es noch Siechenhäuser und Menschen mit ansteckender, nicht heilbaren Krankheiten gab, durften die Kranken einige Male im Jahr durchs Dorf/Stadt ziehen, um Almosen zu erbitten. Jeder Kranke musste sich mit Schellen, Glöckchen oder anderem bemerkbar machen. Dadurch wussten die Leute, man muss aufpassen, um sich nicht anzustecken.

 

Klöpfellied:             „I klopf, i klopf ans Haus,

                                   gebt´s ma a Küechle raus.

                                    D´Küechlein tuat ma bacha,

                                   d´Pfanna hör i kracha.

                                   Küechle raus! Küechle raus!

                                   Oder i schlag a Loch ins Haus!“

 

Bekamen die Anklopfer nichts, so schrien sie:

                                  

                                   „Es steht a Haferl unterm Herd,

                                   ist Herr und Frau kein Kreuzer wert!“

 

In Franken:              „Draus in a Tenna,

                                   laffm d fast´n Henna,

                                   drobm in´n Fist

                                   hanga die Würst.

                                   Gebt´s ma die langa,

                                   lassts die kurzn hanga.