Allgäuer Kloos – Klausentreiben

Es ist der Vorabend des Nikolausfestes. Dieser Brauch findet alljährlich am 05. Dezember statt.

In vielen Orten des Oberallgäu ist es Brauch, dass junge Burschen als „Kloos“ verkleidet lärmend durch die Straßen ziehen.

Nicht die bösen Geister werden von den Burschen gejagt, sondern „gschnapperte“ junge Mädchen und neugierige Zuschauer. Oft werden sie mit Schnee eingerieben oder mit der Rute „gezüchtigt“!

In der Hand tragen die Klausen die sogenannten „Klöüsegrind“ und „a Rüete“. Verkleidungen aus Fell mit Masken und laut lärmenden Schellen an den Gürteln sind üblich.

Das Klausentreiben gehört im Allgäu traditionell durchaus in den Rahmen des christlich geprägten Jahreslaufs. Es wird oft auch mit dem Perchtenlauf verglichen, dem man die gleiche Bedeutung zuordnet.

In den längsten Nächten des Winters sollen sie die Wintergeister vertreiben. Der Glaube daran stammt aus vorchristlicher Zeit, was sich jedoch nicht belegen lässt. Früher hieß es in katholischen Gegenden „der Klaus geht um mit viel Getöse“. Der Hl. Nikolaus soll dabei die wilden Burschen wieder eingefangen haben.

Zum Klausentag werden traditionell „Laible“ und „Klausenmändle“ gebacken. Mürbes Gebäck oder Lebkuchen in Form des Bischofs Nikolaus oder mit seinem aufgeklebten Bild waren noch um 1910 in vielen Orten üblich und wurde von den Paten an die Kinder verschenkt.