Geschichte des Volkstanzes im Donaugau

Mit der Gründung der ersten Trachtenvereine begann man im Gaugebiet mit der Pflege des Schuhplattlers. Erst mit der Veränderung der Musik und des Tanzstiels ins „Moderne“, machten es sich die Trachtenvereine mit zur Aufgabe die „alten Tänze“ zu pflegen und zu erhalten. Dies wurde in den einzelnen Vereinen unterschiedlich durchgeführt.
1955 wurde der 1. Vortänzer im Donaugau Peter Frank (Tr.V. Münchsmünster), gewählt. Damit wurde im Donaugau-Trachtverband der Grundstein für die heutige Volkstanzpflege gelegt.

Bei der Gauführerkonferenz 1960 in Ingolstadt, wurde die Volkstanzpflege im Donaugau durch den 1. Verbandsvorsitzenden der Vereinigten Bayrischen Trachtenverbände, Dr. Konrad Adlmeier, gewürdigt. Am Heimatabend im Schäffbräusaal, wurden unter anderem folgende Volkstänze gezeigt: „Spinnradl“ und „Sicheltanz“, „Drei Paar leinerneStrümpf“ und „I sog das fei“, „Schnittertanz“ „Hopsa Bärbl“, „Siebenschritt“ „Dreschertanz“

In diesem Jahr wurde im Donaugau aus dem „Vortänzer“ der „Volkstanzpfleger“. Dieser hatte von nun an die Aufgabe „alte Volkstänze“ wieder zu beleben und den Vereinen näher zu bringen.

Schullehrer Alfons Bergmüller, fuhr bereits Anfang der 60er Jahre zu den Volkstanzkursen von Schorsch Kaufmann. Sein Wissen gab er in monatlichen Übungsabenden an interessierte Personen weiter

Xaver Neufeld (Tr.V. Trachtenverein Pfaffenhofen) übernahm 1964 das Amt des Gauvolkstanzpflegers.

1968, wählte die Versammlung Wendl Senner (Tr.V. Mailing-Feldkirchen) zum neuen Gauvolkstanzpfleger.

Höhepunkt war für viele Trachtler der 11. September 1972. Bei der Abschlussveranstaltung der 20. Olympischen Spiele in München vertraten 5 Trachtenvereine den Donaugau zusammen mit den anderen Gauverbänden des Bayerischen Trachtenverbandes.

1973 wurde bei einer gemeinsamen Plattler- und Volkstanzprobe der „Kikeriki“ als 1. Gautanz beschlossen. Dieser sollte künftig bei Gauveranstaltungen, jeweils nach dem Gauschlag der Plattler, durch die Vortänzer zur Aufführung kommen.

Das Amt des Gauvolkstanzpflegers übernahm 1974 Simon Sebald (Tr.V. Gaimersheim). Wie in den Jahren zuvor arbeiteten die Jugendleiter und der Volkstanzpfleger sehr eng zusammen und förderten so gemeinsam das Sachgebiet.

Bereits Anfang der 70er Jahre wurde der Gedanke eines Wertungstanzens geweckt. Um aber eine Vereinheitlichung der verschieden Tanzformen in unserm Gebiet zu vermeiden, wurde dies jedoch bis heute nicht umgesetzt.

Anlässlich des 50. Gründungsfestes der Vereinigten Bayrischen Trachtenverbände in Rosenheim, 1975, tanzten zehn Paare in der Volktracht die Sternpolka.
Bisher fanden hin und wieder gemeinsame Proben der Vorplattler und Vortänzer statt. Auf Wunsch der Vereinsvertreter wurden die Proben getrennt und so wurde im Herbst 1976, die 1. Vortänzerprobe abgehalten. Hier wurde gefordert, dass künftig der Gauvolkstanzpfleger in der Gauversammlung einen Bericht für sein Sachgebiet abgeben soll. Erstmalig übernahm in diesem Jahr Sepp Strigl die Tanzleitung beim Gauvolkstanz.

Am 24. September 1977 durfte wieder ein Heimatabend anlässlich der Tagung der Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände gestaltet werden. Da die Bandbreite der Volkstänze enorm zugenommen hatte, konnten abermals sehr viele Volkstänze aufgeführt werden

Bei der Gauversammlung 1977 wurde Sepp Strigl (Tr.V. Reichertshofen) zum neuen Gauvolkstanzpfleger gewählt. Hier wurde erstmalig ein Bericht für das Sachgebiet Volkstanz abgegeben.

1980 wurde das Sachgebiet Volkstanz um einen Stellvertreter erweitert. Beide Volkstanzpfleger werden seither von den Vortänzern gewählt. Sepp Strigl (Tr.V. Reichertshofen) übernahm weiterhin das Amt des ersten Volkstanzpflegers. Alois Schaflitzel (Tr.V. Grasheim) wurde der neue zweite Volkstanzpfleger.

Eine Einladung für die IGA in München war der Anstoß, 1982 eine Volkstanzgruppe mit ein bis zwei Paaren aus allen Vereinen zusammenzustellen.

Alois Schaflitzl war jung und voller Tatendrang und gab den Anstoß, aus den bisherigen Tanzproben, Schulungen zu machen. Die erste Vortänzerschulung fand im Herbst 1982 in Reichertshofen statt. Diese Schulung wurde zu einer festen Einrichtung, die zweimal jährlich stattfindet. Weitere vier Volkstänze, „Kreuzpolka, Mazurka, Boarischer und „Masianer“ wurden in den folgenden Jahren als Gautänze festgelegt.

1989 übernahm Alois Schaflitzl (Tr.V. Grasheim), das Amt des 1. Volkstanzpflegers. Zum 2. Volkstanzpfleger wurde Pius Kreitmaier (Tr.V. Reichertshofen) gewählt.

Die gute Zusammenarbeit mit der Jugend wurde beibehalten, Alois referierte auch bei Jugendleiterschulungen über den Volkstanz

Im Jahre 1990 wurde von den Volkstanzpflegern und dem Musiker Schorsch Huber (Tr.V. Reichertshofeneine Übungskassette mit Volkstänzen zusammengestellt. Schorsch Huber spielte bereits seit einigen Jahren die Vortänzerschulungen. Die zweite Folge der Volkstänze und die Tänze der Kassette wurden 1998 auf CD gespeichert.

Ein weiterer Höhepunkt der Volkstänzer war die Aufführung der Olympia-Sternpolka bei der Schlussfeier des Deutschen Turnerfestes in München am 6. Juni 1998.

Für eine Zweitages-Schulung fuhren 36 Volkstänzer im Jahr 2002 nach Hörmannsdorf in die Oberpfalz. Man setzte sich hier intensiv mit dem Thema Volkstanz sowie „Gesang im Wirtshaus“ und „Wie lehre ich Tanzen“ auseinander. Der Bandltanz und andere Volkstänze wurden einstudiert.

Pius Kreitmaier (Tr.V. Reichertshofen) übernahm 2004 das Amt des ersten Gauvolkstanzpflegers und Susi Veith (Tr.V. Denkendorf) wurde zur zweiten Gauvolkstanzpflegerin gewählt.

2013 wurde Susi Veith (Tr.V. Denkendorf) zur 1. Gauvolkstanzpflegerin gewählt. Peter Neumeier (Tr.V. Kipfenberg )übernahm das Amt des Stellvertreters.

Die zweimal jährlich abgehaltenen Schulungen für Vereinsvortänzer und Interessierte beinhalten folgende Themen:
Neue bzw. schon lange nicht mehr geübte Tänze einstudieren
Tänze weitergeben
Herkunft und Eigenheiten des jeweiligen Tanzes den Vereinsmitgliedern nahe bringen
Verschiedene Tanzformen erläutern und erklären
Tänze aus dem gesamten Gaugebiet zeigen und schulen, die nicht unmittelbar aus dem Kerngebiet Ingolstadt stammen.

Damit die Tänze und Tanzformen nicht verloren gehen, achten die Volkstanzpfleger darauf, dass eine Vereinheitlichung vermieden und die Eigenart in den Vereinen beibehalten wird.
Meistens ist es schwer die genaue Herkunft des Tanzes zu erforschen, denn die Tänze wurden früher z. B. durch die Schifffahrt und die Handwerker auf der Walz, in andere Gebiete getragen. Sie wurden leider nur selten in den Ursprungsgebieten schriftlich festgehalten. So kann es durchaus sein, dass ein Tanz im Donaugau schon immer getanzt wurde, aber ganz wo anders seinen Ursprung hat. Ebenso kann es sein, dass ein Tanz nicht mehr in der Gegend getanzt wird, obwohl er im Donaugau beheimatet ist.