Was bedeutet Brauchtum?

Der Name kommt vom althochdeutschen bruh = Nutzen, aber auch Usus vom lateinischen = gebrauchen.
Ein Brauch ist eine innerhalb einer festen sozialen Gemeinschaft gewachsene Gewohnheit = eine Tradition.
Die Gewohnheiten eines Einzelnen hingegen werden nicht als Brauch genannt.
Aus der ethischen Sicht, bestimmt der Brauch den Ablauf von Zeremonien.
Eine Sitte ist die hinter dem Brauch stehende moralische Ordnung.
Alle Bräuche, oder mehrere Bräuche, einer kulturellen Gemeinschaft, einer Volksgruppe oder eines ganzen Volkes, nennt man Brauchtum.
Ein Brauch ist ein Begleitphänomen von Lebenserfahrungen.

Diese Erfahrungen drehen sich um
das Biologische wie Geburt, Sexualität, Tod usw.,
um das Gesellschaftliche, wie Jubiläen, Feste, Feiern usw. und
um das Kulturelle.
Im Jahreskreis bietet der Brauchtum vielfältige Angebote, die es dem Einzelnen ermöglichen sich über den Alltag hinauszuheben. z.B. an Advent, Fasching, Ostern, Erntedank usw.

Bräuche dienen der Sinn-, Identitäts- und ganz aktuell der Integrationsstiftung der Menschen in der Gemeinschaft.
Es gibt regionales und nationales Brauchtum.
Manche Bräuche verlieren sich, man spricht auch vom Traditionsverlust, weil man keinen Sinn mehr in dem Brauch sieht, andere entstehen neu. Die neuen Bräuche werden jedoch zeitlich gesehen nicht mehr so lange durchgeführt, bezw. gebraucht, die Brauchtumsketten verkürzen sich.

Es gibt 3 typische Klassifizierungen:

> das Feuerbrauchtum,
> den Heischebrauch (Sammeln und Hausieren) und
> den Lärmbrauchtum.

Sie werden nach
Jahreszeiten, nach dem Kirchenjahr und nach Tätigkeiten im Bauernjahr
durchgeführt, und diese wiederrum nur an bestimmten Monaten oder Tagen.

Man unterscheidet
nationale und religiöse Bräuche, Bräuche im Lebenslauf und
der Berufe und Stände.