Januar

Januar

Fasenickl, Fosanegl, Fosanigl

= durch seine aufwendigen Kostüme und seine Bräuche eine, der schillerndsten Fasenachtsfiguren im deutschsprachigen Raum. Gehören zu den allemanischen Fasnetfiguren.

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Der Fasenickl kommt aus Kipfenberg (Altmühltal). Zwischen den Fasenickl gibt es jedoch feine Unterschiede, die sich in der Ausschmückung des Anzugs oder in den holzgeschnitzten Masken äußern. Im näheren Umkreis des Donaugaus gibt es die:

Kipfenberger Fasenickl

Enkeringer Fosanigl

Kindinger Fosanegl

Töginger Schecken

Hilpotsteiner Flecklasmänner

Gredinger Pumpernickl

Lupburger Fleck

Allersberger Flecklashexen

Pleinfelder Hummeln

und die

Hörnerböck Ursprünge

Der Brauch geht in die vorchristliche Zeit zurück. Man wollte das Dunkle, Böse, den Winter vertreiben. Da-zu gings laut her: mit Peitschenknallen, Glocken, Schellen und Gejole wollte man´s austreiben. Während der Pestzeit, trugen die Menschen, die die Pestkranken und Pesttoten aus den versorgten und bestatte-ten, die Nicklanzüge. Man glaubte diese Anzüge schützten vor Ansteckung. Schriftliche Aufzeichnungen gehen bis in den Barock (= 19. Jahrhundert) zurück. In den 50er Jahren belebte man den Brauch in Ki-pfenberg und im Altmühltal neu.

Das Kostüm:
Auf einen Leinenanzug werden ca. 7000 rote Filzrauten genäht und mit einer ca. 40 Meter langen handge-knüpften Wollborte eingerahmt.
Die Maske wird aus Lindenholz geschnitzt. Auf der Kopfhaube sitzt ein Hahnenfederbusch mit Schellen-baum und bunten Bändern.

Schnalzen:
Sie Schnalzen mit der Kurzstielpeitsche. Durch das Schnalzen sollen im Winter böse Geister und schwere Krankheiten vertrieben werden.

Jeden unsinnigen Donnerstag findet am späten Nachmittag auf dem Marktplatz das Preisschnalzen statt. In Einzel-, Doppel-, Dreier- und Vierergruppen werden die besten Goaßlschnalzer vom Oberfasenickl der Ge-meinde gekürt; mit und ohne Nicklkostüm. Vorher findet schon am Vormittag das Nickllaufen durch den Ort statt. Die Geschäfte werden von den Fasenickl gestürmt und besetzt. Auslöse in Form von Flüssigem muss gezahlt werden. Frauen und Mädchen werden entführt und umher getragen. Danach gehen die Nickl zum Bäcker und fädeln Brezeln auf ihre Goaßl, die sie um den Körper wickeln. Dann geht´s ab in die Schule. Dort bekommen die Kinder unter viel „Gösucht“-Geschrei die Brezeln und dürfen danach nach Hause ge-hen.
Man kann alte Fasenicklkostüme und Masken im Fasenicklmuseum in Kipfenberg, im Torbäckhäuschen, besichtigen.

 

Rauhnächte

Die Rauhnächte sind Nächte um den Jahreswechsel, nämlich 24.12. – 06.01. Ihnen wurde eine besondere,  mystische Bedeutung zugedacht.

Die vier wichtigsten:

21./22.12 = Thomasnacht, Wintersonnwende

24./25.12 = Heiliger Abend, Christnacht

31.12./1.1. = Jahreswechsel

05./06.01. = Heilig-Drei-Könige

 

Wortherkunft:

– mittelhochdeutsch haarig = mit fellbekleidete Dämonen

– von Räuchern

 

Bräuche:

– Perchtenlaufen = Vertreiben von Dämonen

– Befragen von Orakeln = Bleigießen in der Silvesternacht

– Wettervorhersagen fürs kommende Jahr = so wie das Wetter von 24.12. – 06.01. ist, so wird es im kommenden Jahr von Januar bis Dezember

– zwischen den Jahren: keine Unordnung  im Haus = Dämonen kommen

– keine weiße Wäsche aufhängen = Dämonen holen sie als Leichentuch

– Ausgangsverbot für Frauen und Kinder nach Einbruch der Dunkelheit

Die Vorschriften wurden von Perchten überwacht.

 

Heilig-Drei-König (06. Januar)

Nach dem Matthäus-Evangelium waren es 3 Weise bzw. Sterndeuter aus dem Morgenland. Sie folgten dem Stern nach Bethlehem zur Krippe.

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Als Geschenke brachten sie

Gold = Königskind,

Myrrhe = Pflanze zur Arzneiherstellung, Jesus der Heiler bzw. Heiland

und

Weihrauch = Zeichen eines zukünftigen, hohen Priesters

mit.

 

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Dreikönigsschrein

Die überlieferten Namen sind Caspar, Melchior und Balthasar. Die Reliquien der 3 Könige wurden im Mailänder Dom aufbewahrt. Nach der Eroberung Mailands durch Kaiser Barbarossa wurden sie nach Köln gebracht. Sie werden im Dom im Dreikönigsschrein aufbewahrt.

 

 

 

Bräuche:

– Dreikönigskuchen

– Sternsingen: Ursprünglich als Könige verkleidete Leute gingen von Haus zu Haus, um ein Zubrot im Winter zu verdienen.

Später: Ministranten, Kommunionkinder sammeln als 3 Könige verkleidet Spenden für die Mission. Sie schreiben an die Haustür „20 C-B-M 15“ und wünschen Glück fürs neue Jahr.

C-B-M bedeutet: „Christus mansionem benedicat“ = „ Christus segne dieses Haus“.

– Ausräuchern: Die Kräuterbuschen von Maria Himmelfahrt werden verbrannt und durch Haus und Hof getragen. Der Rauch soll böse Geister und Krankheiten im kommendem Jahr von Haus und Leute fernhalten.

– Weihwasserweihe

Februar

Februar

Maria Lichtmess (02. Februar)

= Fest Darstellung des Herrn

Jesus wurde als Erstgeborener im Tempel Gott geweiht und Opfer, z.B. Tauben, wurden dargebracht.

 

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Bräuche:

– Lichterprozession: Der Brauch geht bis in das 5. Jahrhundert zurück. Zukünftige Herrscher wurde bei ihrem ersten Besuch in einer Stadt entgegengegangen und in die Stadt geleitet. Auf dem Weg von Jerusalem nach Bethlehem lag ein Kloster, das von Hikelia gegründet wurde. Sie gab ihren Mönchen Kerzen mit, um den neuen Herrn entgegenzu-gehen und ihn sicher in die Stadt zu bringen. So entstand die Lichterprozession an Lichtmess, die heute noch in katholischen Gemeinden, wie beispielsweise in Gaimersheim, stattfindet.

– Lichtmesspfannkuchen: Als man nach diesen Lichterprozessionen nach Hause kam, gab es oft erst die Abendmahlzeit. Die Hausfrau hat etwas schnelles auf den Tisch gebracht und so war es üblich, Pfannkuchen auszubacken.

Dazu weis man folgenden Brauch: Kann die Hausfrau den Pfannkuchen ohne Hilfsmittel wenden, dann geht der Frau das ganze Jahr das Geld nicht aus.

– Kerzenweihe in der Kirche: Heute geht man an Maria Lichtmess überwiegend in die Kirche, um alle Kerzen, die man während des Jahres benötigt, weihen zu lassen z.B. Osterkerzen, Haushaltskerzen, Adventskranzkerzen usw.

 

Beginn des Bauernjahres:

– Dienstbotenwechsel: Dienstboten konnten nur einmal im Jahr den Dienstherrn wechseln. Der Dienstherr stellte an Lichtmess ein bzw. aus. Diese gingen zum Schlenkeln.

– Schlenkelweil = Urlaub. Dazu bekamen die Dienstboten, die am gleichen Platz blieben ein Schlenkelbrot mit auf den Weg, damit sie nicht hungern mussten.

Traditionell schenkte der Dienstherr seinen Knechten und Mägden neue Schuhe. Zum einem als Geschenk für die gute Arbeit, zum anderen für die Arbeitsplatzsuche.

Knechte schenkten den Mägden, die ihre Betten aufschüttelten, überzogen und die Wäsche machten, Wachsstöckl, die oft reich verziert waren. Je fleißiger die Magd, desto schönere Wachsstöckl, die dann in den Aussteuerschrank der Mädchen kamen.

Kechte und Mägde zogen während dem Jahr Tiere, z.B. Hühner auf. Wenn der Bestand zu groß war, durfte der „Überschuss“ an Lichtmess verkauft werden. Der Erlös gehörte den Dienstboten.

– Schulden wurden bis Lichtmess beglichen

 

Spruch zu Lichtmess:

– Länge des Tageslichts gegenüber der Wintersonnwende (=längste Nacht im Jahr). Oft konnte ab Lichtmess ohne Kerzen zu Abend gegessen werden.

 

An Weihnachten an Hahnentritt

An Neujahr an Mannerschritt

An Dreikönig an Hirschensprung

An Lichtmess a ganze Stund

 

Bauernregeln:

Ist’s an Lichtmess klar und hell, kommt der Frühling nicht so schnell.

Wenn an Lichtmess der Dachs seinen Schatten sieht, geht er nochmal für sechs Wochen in den Bau.

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