03. Dezember 2016 · Kommentare deaktiviert für Seminar Brauchtumsbäckerei in Holzhausen · Kategorien: Brauchtum

Brauchtumsbäckerei im kirchlichen Jahreskreis

Die Brauchtumspflegerin des Donaugau-Trachtenverbandes, Gisela Haußner, lud vom 25. bis 27. November 2016 interessierte Bäcker und Bäckerinnen zum Seminar „Brauchtumsbäckerei im kirchlichen Jahreskreis“ in das Trachtenkulturzentrum nach Holzhausen ein. Nach einer kurzen Einführung bzw. Vorstellung, stellte sie das geplante Kursprogramm anhand einer kleinen Präsentation vor. Nach dem gemeinsamen Abendessen lernten sich die fünf Kursteilnehmerinnen in einer Vorstellungsrunde noch näher kennen und wollten gleich tatkräftig mit dem Backen beginnen. Das Seminar wurde mit Rührteigrezepten begonnen.

Der zweite Tag fing mit der Herstellung von Brot- und Hefeteig an. Gisela Haußner zeigte weiter die Ursprünge und Geschichte der verschiedenen Feste im Jahreskreis sowie die Symbolik der Gebildebrote und der einzelnen Gedenktage auf. Brot hat früher wie heute eine große Glaubensbedeutung, so Gisela Haußner. Schon im Gebet „Vater unser“ heißt es „unser tägliches Brot gib uns heute“. Nicht nur die ursprüngliche Form des Brotes, der runde Laib, ist heute noch bekannt, sondern auch viele andere verschiedene Formen bzw. Figuren. So hieß es, dass in Menschengestalt geformte Brote Macht und Kraft über übersinnliche Wesen verleihen sollten. Das Brot kann aus verschiedenen Teigen hergestellt werden. Die bekanntesten sind in der heutigen Zeit der Hefe- und Sauerteig. In den Bäckereien und den Haushalten werden nicht nur Laibe, sondern auch Fladen, Kränze oder Zöpfe geformt. Die verschiedenen Formen haben auch ihre besondere Bedeutung. Danach wurden viele Brotsorten und Hefeteige, die während eines Jahres im Volksbrauchtum hergestellt wurden, gebacken.

Die Kursteilnehmerinnen besuchten in einer Pause gemeinsam den an diesem Wochenende stattfindenden Adventsmarkt des Bayerischen Trachtenverbandes. Abends nutzten die in Adventsstimmung versetzten Bäckerinnen die Gelegenheit und fertigten noch Lebkuchen an.

Der Sonntag stand nicht nur im Zeichen des Mürbteiges, sondern auch von anderen Teigen. Gisela Haußner erzählte über die Bedeutung der Breze. Diese wurde an verschiedenen Festen gebacken. Es heißt, dass sie Glück, Segen und Gesundheit verleihen sollte. Daher wurde das Gebäck als Fasten-, Palm-, oder Seelenbreze gefertigt. Auch als Hochzeits- und Patenbrezen sind sie in manchen Gebieten bekannt.

Am späten Sonntagnachmittag beendete Gisela Haußner das sehr gelungene Seminar und verteilte die Backbeispiele an die Teilnehmerinnen.

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