30. Juni 2018 · Kommentare deaktiviert für Seminar des Sachgebiets Mundart Brauchtum Laienspiel · Kategorien: Brauchtum, Donaugau

Brauchtum ist so nah

Gisela Haußner, Brauchtumspflegerin des Donaugau-Trachtenverbandes, lud Brauchtumswarte, Vereinsvorstände, Jugendleiter und Brauchtumsinteressierte zum Sachgebietsseminar Mundart-Brauchtum-Laienspiel ein.

Auf der Fahrt nach Weißenburg, in das Bergwaldtheater, einem Naturtheater, erzählte sie Verschiedenes über die Gegend. Im Theater angekommen, wurde eigens für die Trachtlerinnen und Trachtler eine Premiere abgehalten. Erstmalig wurde im Bergwaldtheater eine Führung organisiert. Diese wurde durch Frau Antje Wagner, einer freiberuflichen Theaterwissenschaftlerin, sehr kurzweilig gestaltet. Sie erläuterte die Entstehungsgeschichte des Theaters. Weiter informierte sie, über Inszenierungen von verschiedenen Intendanten, über „berühmte“ Schauspielerinnen, Schauspieler und Sänger, die bereits dort gastierten, aber sie gab auch Beispiele über die verschiedensten aufgeführten Theaterstücke. Technische Daten und organisatorische Informationen vermittelte sie ebenfalls. Das Bergwaldtheater wird 2019 auf das 90-jährige Bestehen zurückblicken können. Hierfür wurde eigens das Stück „Der Lebkuchenmann“ geschrieben und wird während der Festzeit uraufgeführt. Die Teilnehmer erhielten auch die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu schauen.  

Für den Nachmittag organisierte Gisela Haußner eine Besichtigung der Schäferei Erich Neulinger in Geislohe (bei Pappenheim). Er spezialisierte sich 1988 auf die Schafzucht. Diese führt er gemeinsam mit seinem Sohn Christian Neulinger. Während dem Besuch der Ställe gab Erich Neulinger gemeinsam mit seinem Sohn Auskunft über den Betrieb. Hier erzählten sie über den Jahreslauf, die durchschnittliche Anzahl der Mutterschafe und ihren Lämmern, aber auch über die wirtschaftliche Vor- und Nachteile eines Schäferbetriebes. Während einem gemeinsamen Kaffekränzchen in der Schäferei, hielt Gisela Haußner einen interessanten Vortrag über die Tracht bzw. die Kleidung der Schäfer. Sie begann mit dem Material und der Funktion der Unterwäsche und endete mit den Sommerumhängen bzw. den Wintermänteln der Schäfer. Die unterschiedlichen Kleidungsstücke wurden von Georg Haußner und Erich Neulinger vorgeführt. Sie erklärte auch die Schäfertracht, insbesondere die Schäferweste. Die Bedeutung der Anzahl und Größe der Knöpfe erklärte sie mit dem Gedicht von Ursula Dingeldey:

An einer Schäferweste,

und ist sie noch so klein,

müssen 52 Knöpfe dran sein.

 

Denn 52 Wochen hat das Jahr,

und jeder Knopf stellt eine Woche dar.

 

Die 36 großen Knöpfe,

die man hat auf die Weste verbannt,

sind für die Wochen, in denen der Schäfer

mit seinen Schafen zieht durchs Weideland.

 

Nun verbleiben noch 16 Wochen vom Jahr,

und diese stellen die kleinen Knöpfe am Halsbündchen dar.

 

8 Knöpfe sind es auf beiden Seiten, das heißt,

der Schäfer geht mit seinen Schafen jetzt nicht mehr zur Weide.

 

Die Schafe sind nun im Stalle verbannt und warten aufs Frühjahr,

dann geht es wieder hinaus auf´s Weideland.

 

So spricht man:

Die 16 kleinen Knöpfe sind die magere Zeit und

die 36 großen Knöpfe die fette Weidezeit.

 

 

Zum Abschluss des Seminars wurde gemeinsam ein Schäferlied gesungen.

(Walburga Bauer)

 

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