Engel

Zwischen den Menschen und dem Himmlischen gibt es in allen Religionen Mittler. Sie müssen sich leicht zwischen den zwei Welten bewegen können. In der Vorstellung der Menschen sind das Wesen mit Flügeln, denn sie müssen zwischen den Welten fliegen können. Diese Wesen, die Boten Gottes, die uns im ganzen Jahreslauf begleiten, sind in unserem christlichen Glauben die Engel.

So feiern wir im März, neun Monate vor Weihnachten, das Fest „Verkündigung des Herrn“. Ein Engel verkündet Maria, dass sie die Auserwählte ist, die Gottes Sohn gebären und ihm den Namen Jesus geben soll. Engel sind es dann auch, die den Hirten von der Geburt Jesu berichten und ihnen den Weg zur Krippe zeigten.

 

Nürnberg, die Stadt mit dem bekanntesten Christkindlmarkt ist nicht nur für das „Nürnberger Christkind“, sondern auch für einen Engel bekannt, den „Nürnberger Rauschgoldengel“.

Zur Entstehung des Rauschgoldengels gibt es eine Geschichte, in der es heißt, dass einem verwitweten Handwerksmeister nach dem dreißigjährigen Krieg sein einziges Kind, eine Tochter, gestorben ist. Diese Tochter sei ihm im Traum als Engel erschienen und habe ihn getröstet und dem Vater erzählt, wie gut es ihr nun gehe. Darauf hat der Handwerksmeister einen Kopf geschnitzt, der das Gesicht seiner Tochter hatte. Für das in Plisseefalten gelegte Kleid und die Flügel verwendete er ein dünn gewalztes, golden glänzendes Messingblech, welches Rauschgold genannt wurde. Arme hat der Rauschgoldengel üblicherweise nicht.

Rauschgoldengel kann man auf dem Nürnberger Christkindlmarkt kaufen, sie werden aber nicht mehr aus Rauschgold hergestellt, sondern aus Papier.